Letztes Wochenende (18.-21.9.) machten wir uns zu sechst auf nach Saalbach-Hinterglemm! Wir checkten in der Sportpension Penhab von Reini Woisetschläger ein und genossen drei Tage lang super Bike-Wetter und schöne Touren. Zum Abschluss starteten wir am Sonntag noch bei einem Hillclimb-Rennen der Pinzgau-Trophy. Wir gingen es aber eher gemütlich an, schließlich waren wir im Urlaub! Saalbach-Hinterglemm und Leogang sind für jeden Mountainbiker wirklich empfehlenswert – hier gibt’s einen Erfahrungsbericht!

Tag 1: Nach der Anreise am Donnerstag schnappten wir noch 1-2 Weißbier mit den Wirtsleuten Reini und Nadine, die uns ganz herzlich empfangen haben. Am Freitag in der Früh stärkten wir uns kräftig beim Frühstücksbuffet, um für die erste Tour gewappnet zu sein. Wir entschlossen uns, bei einer von Reini geführten Tour mitzufahren. Wir waren „etwas“ schneller unterwegs als die anderen in der Gruppe, so konnten wir ein paar Kilometer und Trails mehr unter die Räder nehmen. Nach knapp 900hm auf den Kohlmais-Gipfel fuhren wir einen schönen und technischen Trail am Höhenrücken entlang zum Großen Asitz. Dann ging es den ersten künstlich angelegten Trail – den „Hangman“ – hinunter zur Mittelstation. Die Anlieger und der grobe Schotteruntergrund waren noch etwas ungewohnt, so schmerzten auch gleich die Hände und Unterarme. Wir waren alle mit dem Hardtail unterwegs, was uns auch ein paar ungläubige Blicke der Downhiller einbrachte. In der Abfahrt gab es auch gleich den ersten Platten – nach einem nicht ganz freiwilligen Überholmanöver von Mike schlug es ihm den Hinterreifen durch. Nach dem Beheben des Defekts kamen wir nicht recht weit: Pauli ließ ein paar Quadratzentimeter Haut am Berg, nachdem ihm das Vorderrad weggerutscht war. Nach der Versorgung der Wunden wurden die Schmerzen dann richtig groß – und zwar in den Oberschenkeln. Die 400hm von der Mittel- hinauf zur Bergstation waren extrem steil und brachten uns ans Limit. Auf dem Gipfel folgte dann die verdiente Rast und wir trafen uns wieder mit den anderen der Gruppe. Nach der Mittagspause ging es dann noch einen weiteren Trail hinauf zu einem Gipfel, bevor es in die Abfahrt ging. Dort teilte sich die Gruppe erneut – ein Teil wählte die Abfahrt über die Schotterstraße, während wir und ein paar andere in einen tollen Natur-Trail abzweigten. Dieser war sehr steil, verwurzelt und mit einigen hohen Stufen versehen. Die 500hm bergab brachten uns bike-technisch des Öfteren ans Limit, waren aber eine tolle Herausforderung für Mensch und Maschine. Die letzten Höhenmeter ins Tal verliefen auf Schotter und Asphalt, bevor wir auf dem Radweg gemütlich ins Quartier ausradelten. Nur Max hatte noch nicht genug, er hängte noch die knapp 1000hm auf den Zwölferkogel an, während der Rest das wohlverdiente Weißbier im Garten genoss und Reini den Griller einheizte. Nach der Fütterung packten wir noch die Ziehharmonika aus und saßen bis nach 22 Uhr gemütlich im Garten beisammen – und das Mitte September.

Tag 2: Der Blick aus dem Fenster nach dem Aufstehen war wieder grandios: Blauer Himmel und Sonnenschein auch am zweiten Tag. Wir gingen wieder mit Reini auf Tour, dieses Mal in Richtung Reiterkogel und Spieleck. Nachdem wir wieder etwas flotter unterwegs waren als der Rest der Gruppe hauten wir uns den „Blue Line“-Trail hinunter und fuhren gleich ein zweites Mal hinauf zur Reiterkogel-Mittelstation. Nach weiteren 550hm bergauf legten wir bei Sonnenschein auf dem Gipfel eine kurze Rast ein, bevor der Rest der Gruppe auch oben angekommen war. Es folgte die erste lange Abfahrt den Hochalm-Trail hinunter. Ganz oben hatten Pepi und Pauli gleich zwei Platten, die aber schnell behoben waren. Der feuchte Sommer hat dem Weg halbwegs zugesetzt. Es wechselten ausgewaschene und mit losem Geröll garnierte Passagen mit Abschnitten, die von tiefen Spurrillen geprägt waren. Doch die Leonfeldner „Hardtail“-Abordnung pflügte auch diesen Trail hinunter, was bei unseren deutschen „Fully“-Kollegen etwas Verwunderung auslöste („Mensch, ihr habt ja mächtig Dampf unter den Rädern“). Die letzten paar hundert Höhenmeter ging es wieder auf einer Art Forststraße in den Talgrund. Reini hatte für uns noch einen „netten“ Anstieg im Talon, der uns nochmals gehörig ins Schwitzen brachte, während der Rest der Gruppe in die Gondel einstieg. Auf einer urigen Alm machten wir dann Mittagspause. Nach der Rast ging es wieder den „Blue Line“-Trail hinab in Richtung Hinterglemm. Den ersten Teil kannten wir ja bereits, dort spielten wir uns schon mit den kleinen Wellen, Sprüngen und Steilkurven. Im unteren Teil – den wir noch nicht kannten – warteten dann aber sehr steile Rampen, enge Kurven und sehr feiner und dadurch rutschiger Schotteruntergrund kombiniert mit vielen Querrillen. Ein kleiner Geschwindigkeitsüberschuss führte dann dazu, dass vor einer 90°-Kurve der Hrinkow-Gaul verweigerte und David abgeworfen wurde. Er komprimierte mit seiner linken Körperseite die ohnehin schon gut verdichtete Steilkurve und führte anschließend den altbekannten „Mi hots grod aufghaut und es tuat scho a bissl weh“-Rumpelstilzchen Tanz auf. Nach einem kurzen Materialcheck ging es aber schon wieder weiter ins Tal. Nachdem wir noch nicht genug hatten, teilte sich die Gruppe. Pepi, Pauli und Max nahmen den Schattberg (1000hm) von Süden aus in Angriff, während Mike, David und Christoph von Hinterglemm aus in Richtung Bergstadl (Westgipfel-Mittelstation, 500hm) fuhren. Die Bergstadl-Gruppe vergönnte sich auf der Terrasse noch zwei Elektrolyt-Getränke, sah aber dann das Unheil schon kommen. Bei einsetzendem Regen ging es dann den Buchegg-Trail (sehr lässig) hinunter und noch halbwegs trocken in die Unterkunft. Dort wurde dann der Fernseher eingeschaltet und etwas schadenfroh gelacht – die Panorama-Kamera vom Schattberggipfel zeigte nur verschiedene Grau-Töne und 8,8 Grad an. Zu diesem Zeitpunkt war die Gruppe „Höhenmeter-Geierer“ gerade am Gipfel und machte sich auf die doch „etwas“ kalte und nasse Abfahrt. Nach einer heißen Dusche und ein paar wärmenden Minuten unter der Decke war aber wieder alles im Lot. Zum Abendessen gab es in der Heurigenstube noch ein paar Kilo Fleisch in Form einer Heurigen-Platte – auch sehr zu empfehlen.

Tag 3: Nachdem Reini nicht locker gelassen und uns für das Hillclimb-Rennen am Sonntag auch wirklich angemeldet hatte, machten wir uns nach dem Frühstück auf nach Maishofen. Eine dreiviertel Stunde leicht bergab einradeln und dann holten wir uns tatsächlich unsere Startnummern ab. Bei diesem Rennen der Pinzgau-Trophy ging es 515hm bergauf zu einer sehr urigen Hütte und zwar in Form eines Einzelzeitfahrens. Wir starteten alle hintereinander, so kam es auf der Strecke zu ein paar witzigen Begegnungen. Nachdem alle schon etwas schwere Beine von den zwei vorhergegangenen Tagen hatten, gingen wir es eher locker an. Trotzdem kamen wir halbwegs ins Schwitzen und durstig auf die Hütte. Am schnellsten war Christoph vor Pepi. Nachdem auch eine Ziehharmonika auf der Hütte vorhanden war, unterhielten wir schon die Gäste während die letzten Starter ins Ziel kamen. Im Pinzgau haben solche Bergrennen Tradition und so war auch das „Who is who“ der Bergfahrer am Start. Neben den beeindruckenden Leistungen (Siegerzeit 19:25 bei 515hm und ca. 5km) war es auch interessant, mit welchem Material die Uphill-Spezialisten am Start standen. Starrgabel und Gewicht minimieren lautet hier das Motto. Laut Reini waren da einige Bikes mit kaum 7kg dabei. Nach der Siegerehrung und erfolgreicher Tombola (3 von 6 gewannen einen Preis) machten wir uns wieder auf den Heimweg – natürlich per Bike und im Gelände. Nach 200hm bergauf ging es in einen wunderschönen Waldtrail hinunter nach Viehhofen. Dort begann es zu schütten wie aus Kübeln und wir machten ein Mannschaftszeitfahren zurück ins Glemmtal. Komplett nass aber glücklich ging es nochmals unter die Dusche, bevor wir unseren Bus wieder einräumten und in Richtung Heimat aufbrachen.

Saalbach-Hinterglemm ist wirklich ein Paradies für Mountainbiker. Die steilen Auffahrten wurden zum Test für unsere Oberschenkel und in den teilweise doch sehr schwierigen Abfahrten konnten wir etwas für unsere technischen Fähigkeiten tun. Super war auch unsere Unterkunft in der Sportpension Penhab mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis und sehr gemütlichen Wirtsleuten! Danke an Reini und Nadine! Wir kommen sicher wieder!

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